Ulrich Kormann

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Filmabend im Winter PDF Drucken E-Mail


Monatlicher Filmabend von November 2018 bis April 2019.
Sechs spannende und vielfach ausgezeichnete Biografien:
drei Frauen, drei Männer.

Jeweils ab 19.00 Uhr gemeinsames Abendessen (jede/r bringt etwas mit).
Film ca. 20.30 Uhr.

Max. 8 Personen. Bitte bis am Vorabend anmelden.


Samstag 17. November 2018

In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Dabei war er Zeuge wichtiger Ereignisse der letzten Jahrzehnte - von internationalen Konflik-ten, Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten Vertreibung und Leid. Seine beeindruckenden Fotoreportagen haben den Blick auf unsere Welt geformt. Salgado selbst wäre seelisch an dieser Aufgabe fast zugrunde gegangen, wenn er nicht ein neues, ein gigantisches Fotoprojekt begonnen hätte: "Genesis".

DAS SALZ DER ERDE präsentiert Sebastiao Salgados Leben und Arbeit aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der grossen Filmemacher unserer Zeit.

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Samstag 15. Dezember 2018

Ist Sandra Laing weiss oder schwarz? Diese Frage wird ihr ganzes Leben bestimmen. Ihre leiblichen Eltern sind unbestreitbar weisse Südafrikaner, aber Sandra weist alle äusserlichen Merkmale einer Farbigen auf. Das genetische Erbe einer Generationen zurück liegenden 'unpassenden' Verbindung. Sandras Eltern kämpfen bis zum Obersten Gerichtshof, um ihre Tochter zu einer Weissen zu machen. Doch damit sind die Probleme nicht gelöst. Ihre Mitschüler akzeptieren sie nicht, Dates mit weissen Jungen gehen schief.

Sie verliebt sich schliesslich in einen Schwarzen und erwartet ein Kind von ihm. Aber das Zusammenleben mit ihm ist für das Apartheidsgesetz ein Verbrechen. Sandra lässt sich offiziell zur Schwarzen erklären, was sie für immer von ihrer weissen Familie entfremden wird.

Die wahre, tief berührende Lebensgeschichte der Sandra Laing entlarvt die ganze Absurdität der Rassentrennung, wie sie bis 1994 in Südafrika herrschte.

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Samstag 12. Januar 2019

In den entlegenen Randgebieten von Thailands Goldenem Dreieck konvertiert ein professioneller Boxer zu einem buddhistischen Mönch und widmet sich fortan der Fürsorge der ärmsten Stammeskinder.

Mit einer Mischung aus Mitgefühl und kompromissloser Liebe, vermittelt Khru Bah Neua Chai - besser bekannt als der 'Tigermönch' - den Jungen grundlegende Lebenskompetenzen und Selbstvertrauen, gewachsen aus der Erkenntnis, dass sie Teil einer fürsorglichen Gemeinschaft sind.

Im Tempel des Goldenen Pferdes nimmt er verlassene Kinder auf und kämpft gegen die Drogenmafia, die die Region fest im Griff hat. Der frühere Thai-Boxer und Ex-Soldat hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus den Kindern - oft unschuldige Opfer des Drogenhandels, ausgenutzt und traumatisiert - selbstsichere Novizen des Buddhismus zu machen und ihnen so Halt zu geben. Seine einzigen Waffen sind sein Charisma, sein Glaube - und der Kampfsport.

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Samstag 16. Februar 2019

Die Literaturübersetzerin Swetlana Geier hat die fünf grossen Romane Dostojewskijs, genannt die '5 Elefanten', in 20 Jahren neu übersetzt. Aufgrund ihrer Kombination aus Sprachvermögen, Empathie, detektivischem Spürsinn und Hintergrundwissen ist sie über ihren Tod hinaus eine Grande Dame ihrer Zunft. Übersetzen, sagt sie, sei ihr Schicksal.

In Vadim Jendreykos Film wird dem Geheimnis dieser unermüdlichen Frau nachgegangen. Swetlana Geiers Lebensgeschichte wird mit ihrem literarischen Schaffen verwoben. Es wird erzählt von grossem Leid, den stillen Helfern und unverhofften Chancen. Und natürlich von ihrer alles überstrahlenden Liebe für die Sprache.

Was den Film so gelungen macht, ist das Geflecht von Zusammenhängen zwischen der Komplexität des literarischen Werkes, den Schichten des Gedächtnisses, historischen Ereignissen, dem Bügeln eines weissen Tischtuchs, dem Schälen einer Zwiebel für die Mahlzeit. All die Fäden, die da gesponnen werden, die Linien und verschiedenen Ebenen verweisen auf das, was einen Text ausmacht, was ein Leben, eine Familie, ein Haus, einen Tisch ausmacht. Mit Scharfblick gestaltet der Film seine Spiegelungen und reichhaltigen Metaphern und zeugt so vom paradoxen Ineinandergreifen der verschiedenen Domänen.

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Samstag 16. März 2019

Tiziano Terzani, 1938 in Florenz geboren, in Europa und den USA ausgebildet, kannte Asien wie kaum ein anderer westlicher Journalist. Von 1972 bis 1997 war er dort Korrespondent des SPIEGEL - anfangs in Singapur, dann in Hongkong, Peking, Tokio und Bangkok. 1995 war er einer der wenigen westlichen Reporter, die in Saigon blieben, als Kommunisten die Stadt übernahmen. Terzani lebte bereits fünf Jahre in China, als er 1984 plötzlich verhaftet, anti-revolutionärer Aktivitäten beschuldigt, einen Monat umerzogen und schliesslich ausgewiesen wurde. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Japan und Thailand ging Terzani 1994 nach Indien.

Am Ende seines ereignisreichen Lebens hat sich der grosse Reisende, leidenschaftliche Journalist und erfolgreiche Buchautor Tiziano Terzani mit seiner Frau Angela in das abgelegene Haus der Familie in der Toskana zurückgezogen, um in seiner Heimat zu sterben. Er ist mit sich im Reinen und bereit den Kreis des Lebens zu schliessen. Er bittet seinen in New York lebenden Sohn Folco zu sich. Ihm will er die Geschichte seines Lebens erzählen, seiner Kindheit und Jugend in Florenz, seiner drei Jahrzehnte als Asienkorrespondent des deutschen Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL und schliesslich die umwälzende Reise zu sich selbst, als er auf Grund einer Krebserkrankung vom Journalismus Abschied nimmt und sich in Asien spirituellen Erfahrungen öffnet. Drei Jahre bei einem grossen Weisen in der Einsamkeit des Himalaya werden für ihn zum entscheidenden Erlebnis. Sie ermöglichen ihm, gelassen dem Tod entgegen zu sehen. Er starb im Juli 2004.

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Samstag 13. April 2019

Mexiko erklärte ihr Werk zum Nationalerbe, die Frauenbewegung stilisierte sie zur Kultfigur, Künstler wie Picasso und Breton feierten ihr Talent: die Rede ist von Frida Kahlo. Mit 18 Jahren erlitt sie einen Unfall, der mit Schmerz, Operationen und Kinderlosigkeit ihr Leben nachhaltig prägte. Der Film führt nach Coyoacán, ins Blaue Haus - dem Ort ihrer Geburt und ihrer letzten Lebensjahre. Heute erinnert das Haus als Museum an die charismatische Künstlerin. Eindringliche Selbstporträts und ergreifende Bilderwelten erzählen über ihr Leben und Leid, ihre Gedanken und Gefühle, ihre aufreibende Liebe zu Diego Rivera und ihre tiefe Verwurzelung mit Mexiko.

Sie waren das wohl schillerndste Paar, das die Kunstgeschichte je gesehen hat: der berühmte Freskenmaler und Salon-Kommunist Diego Rivera und die Ausnahme-Malerin Frida Kahlo. Zusammen lebten sie eine der aufregendsten und unkonventionellsten Liebes- und Lebensgeschichten des vergangenen Jahrhunderts. Das Gefühlschaos dieser Ehe, die zahlreichen Liebschaften mit Männern und Frauen, ihre unbändige Lebenslust und die Farbenpracht Mexikos - all das schlägt sich in Frida Kahlos einmaligem kreativem Schaffen nieder und macht sie zu einer der ausdrucksstärksten und bildgewaltigsten Malerinnen aller Zeiten.

Einen tauglichen Trailer in Deutsch habe ich nicht gefunden, dafür hier ein kurzer
Film mit ihren Bildern.